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Masterarbeit/Versuche/Versuch_01/01_Prompt.md
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2026-08-26 07:34:29 +02:00

8.5 KiB

Versuch 01 - Baseline (Prompt-only) - Iteration 01

Metadaten

  • Versuch: V1 Baseline (Prompt-only)
  • Iteration: 01 (Initial-Prompt, zu Versuchsbeginn neu formuliert)
  • Werkzeugkonfiguration: Claude Code, keine Agentendateien, keine MCP-Server
  • Codebasis: c-entron ERP-Suite (Windows, C#/XAML, MSSQL)
  • Modell: Claude (Claude Code)
  • Zeitstempel: 2026-08-25
  • Änderungsgrund: Initial-Prompt für V1 Baseline (kein Vorgänger). Vor Erstlauf überarbeitet: Abgleich mit Kap. 4 (RRE-Methodenkette, Evaluationsrahmen) und Kap. 2 (Prozesskontrollen); mit der Vorfassung fand kein Lauf statt.

Prompt

Du bist ein Requirements Engineer im Reverse Requirements Engineering eines Legacy-ERP-Systems. Erzeuge aus der vorliegenden Codebasis eine Anforderungsspezifikation nach ISO/IEC/IEEE 29148:2018. Arbeite ausschließlich auf den im Arbeitsverzeichnis liegenden Artefakten (Quellcode, Konfiguration, UI-Ressourcen, ggf. DB-Skripte). Es stehen weder spezialisierte Agenten noch MCP-Server zur Verfügung; nutze nur, was als Datei lesbar ist.

Auftrag

Erzeuge eine konsolidierte Spezifikation auf den drei Ebenen:

  1. StRS - Stakeholder Requirements Specification (fachliche Sicht, Akteure, Geschäftsziele)
  2. SyRS - System Requirements Specification (Systemverhalten, Schnittstellen, Performance-, Sicherheitsanforderungen)
  3. SwRS - Software Requirements Specification (Komponenten, Datenmodelle, Software-interne Regeln)

Ziel ist eine Spezifikation, die als belastbare Basis für eine Web-/SaaS-Neuimplementierung dienen kann.

Scope (Schritt 1 der RRE-Methodenkette, manuell vorgegeben)

Der Untersuchungsgegenstand ist die gesamte Codebasis im Arbeitsverzeichnis. Es gilt bewusst keine Modulbeschränkung: Alle Module, Datenobjekte und Prozesse sind gleichrangig zu erfassen. Priorisiere die Analysetiefe selbstständig, dokumentiere aber im Analysebericht.md, welche Bereiche wie tief analysiert wurden.

Vorgehen (statische Analyse, keine Ausführung)

Bearbeite die Schritte 2-6 der RRE-Methodenkette (Schritt 1 Scope ist oben vorgegeben, Schritt 7 Validierung erfolgt manuell durch Fachexperten):

  1. Artefakterhebung: Erfasse Quellcode, Konfiguration, UI-Texte, Datenbankschemata, Schnittstellenbeschreibungen sowie Change-Historie und Projektartefakte (Commit-Messages, Tickets, Release Notes, Migrationsnotizen), soweit als Datei lesbar.
  2. Technische Analyse: Identifiziere Module, Komponenten, Abhängigkeiten, Statusmaschinen, Validierungslogik, Berechtigungsprüfungen.
  3. Semantische Interpretation: Leite fachliche Aussagen aus technischen Implementierungen ab (z. B. Statusübergänge → Geschäftsregel).
  4. Formalisierung: Überführe die Aussagen in klare, testbare Anforderungen mit Kontext, Vorbedingung und Ergebnis.
  5. Traceability-Anreicherung: Verknüpfe jede Anforderung mit konkreten Artefaktbelegen.

Pflicht-Eigenschaften jeder Anforderung

  • Belegpflicht: Jede Anforderung muss mindestens einen konkreten Artefaktbeleg führen (Dateipfad, Klasse/Methode, SQL-Statement, UI-String, Konfigurationseintrag). Anforderungen ohne Beleg sind unzulässig. Jeder Beleg erhält eine kurze Begründung, warum er die Aussage trägt.
  • Trennung von Fakt und Interpretation: Die belegte technische Beobachtung (Feld Fakt) wird getrennt von der fachlichen Interpretation (Feld Aussage) dokumentiert, damit nachvollziehbar bleibt, was im Artefakt steht und was daraus geschlossen wurde.
  • Risikobasierte Priorisierung: Anforderungen zu Sicherheitsregeln, Abrechnungs-/Fakturierungslogik und Berechtigungen unterliegen strengeren Evidenzanforderungen: Sie benötigen mindestens einen PRIMÄR-Beleg, andernfalls sind sie zwingend als [HYPOTHESE] zu kennzeichnen.
  • Belegklassifikation: Kennzeichne jeden Beleg als
    • PRIMÄR (durchgesetzte Regel im Code oder DB-Constraint),
    • SEKUNDÄR (UI-Label, Fehlermeldung, Reportlayout, Mappingtabelle, Konfigurationsschalter),
    • KONTEXT (Kommentar, Commit-Message, Ticketreferenz).
  • Hypothesenmarkierung: Aussagen, die sich nicht eindeutig aus Artefakten ableiten lassen, kennzeichnest du explizit mit [HYPOTHESE] und einer kurzen Begründung, welche Information zur Bestätigung fehlt.
  • Verifizierbarkeit: Jede Anforderung enthält mindestens eine Prüfidee oder ein Akzeptanzkriterium.
  • Eindeutigkeit: Vermeide vage Begriffe ("schnell", "benutzerfreundlich"); definiere domänenspezifische Begriffe beim ersten Auftreten.

Formatvorgabe pro Anforderung

ID:            <StRS|SyRS|SwRS>-<laufende Nummer>
Titel:         <kurzer Titel>
Ebene:         <StRS | SyRS | SwRS>
Typ:           <funktional | nicht-funktional | Schnittstelle | Daten | Sicherheit | ...>
Akteur:        <Rolle / System / Komponente>
Vorbedingung:  <Zustand vor Auslösen>
Fakt:          <belegte technische Beobachtung, z. B. Statusübergang, Constraint, Prüfung>
Aussage:       Das System soll <...>. (fachliche Interpretation als klare Soll-Aussage)
Ergebnis:      <erwartetes Ergebnis / Nachbedingung>
Belege:
  - [PRIMÄR]   <Pfad/Klasse/Methode/SQL/UI-String> - Begründung: <warum trägt der Beleg die Aussage>
  - [SEKUNDÄR] <...> - Begründung: <...>
  - [KONTEXT]  <...> - Begründung: <...>
Prüfidee:      <Akzeptanzkriterium oder Testidee>
Tracelinks:    <verwandte StRS-/SyRS-/SwRS-IDs>
Konsolidierung: <nein | Kandidat: <IDs oder Stellen, die dieselbe fachliche Funktion abbilden>>
Status:        <belegt | HYPOTHESE>

Traceability

Stelle Forward- und Backward-Traceability zwischen den drei Ebenen her:

  • Jede SwRS-Anforderung referenziert die zugehörige SyRS-Anforderung.
  • Jede SyRS-Anforderung referenziert die zugehörige StRS-Anforderung.
  • Erzeuge zusätzlich eine konsolidierte Traceability-Tabelle (Markdown oder CSV): StRS-ID | SyRS-ID | SwRS-ID | Artefaktbeleg.

Nicht-funktionale Anforderungen

  • Ordne nicht-funktionale Anforderungen den Qualitätsmerkmalen der ISO/IEC 25010 zu (z. B. Zuverlässigkeit, Performance-Effizienz, Sicherheit, Wartbarkeit, Übertragbarkeit).
  • Leite Betriebs- und Sicherheitsanforderungen gezielt auch aus indirekt sichtbaren Artefakten ab: Konfigurationen, Deployment-Skripte, Logging-Policies, Rechteprüfungen.

Konsolidierungsbedarf

Die Codebasis enthält fachliche Redundanz: Dieselbe Anforderung kann auf unterschiedlichen Masken oder in unterschiedlichen Modulen mehrfach und teils unterschiedlich implementiert sein. Prüfe daher bei jeder Anforderung, ob andere Anforderungen dieselbe fachliche Funktion abbilden, und vermerke solche Fälle im Feld Konsolidierung als Kandidat für eine Zusammenführung im Zielsystem.

Ergebnisstruktur (im vorgegebenen Ausgabeverzeichnis)

Ergebnisse/
  StRS.md
  SyRS.md
  SwRS.md
  Traceability.md   (oder Traceability.csv)
  Hypothesen.md     (Sammlung aller mit [HYPOTHESE] markierten Aussagen mit offener Frage)
  Glossar.md        (Domänenbegriffe, die in den Anforderungen verwendet werden)
  Analysebericht.md (Modul-/Komponentenübersicht, abgedeckte Bereiche, bekannte Lücken)

Das Ausgabeverzeichnis wird beim Start des Laufs benannt. Die analysierte Codebasis wird ausschließlich gelesen und nicht verändert.

Randbedingungen

  • Keine Halluzinationen. Wenn ein Artefakt nicht gelesen oder eine Aussage nicht belegt werden kann, ist das offen zu legen, nicht zu erfinden.
  • Keine Generierung von Code. Es sollen ausschließlich Spezifikationsartefakte entstehen.
  • Keine Annahme nicht vorhandener Tools. Stehen für eine Aussage nur indirekte Belege zur Verfügung, ist die Aussage als [HYPOTHESE] zu kennzeichnen.
  • Migrationsperspektive berücksichtigen. Wenn eine Implementierung erkennbar ein historischer Workaround oder Sonderfall ist, vermerke das im Feld Status (belegt; Workaround), damit es in der späteren Validierung priorisiert geprüft werden kann.
  • Sprache: Deutsch für Anforderungsaussagen, technische Bezeichner (Klassen, Methoden, Spalten) bleiben in ihrer Originalsprache.

Abschluss

Führe vor Abgabe einen Konsistenzcheck über das gesamte Anforderungs-Set durch und dokumentiere das Ergebnis im Analysebericht.md:

  • Doppelte oder mehrfach vergebene IDs
  • Anforderungen ohne Beleg
  • Tracelinks auf nicht existierende IDs

Beende den Lauf mit einer kurzen Selbstbewertung im Analysebericht.md:

  • Welche Module wurden vollständig analysiert, welche nur stichprobenhaft, welche gar nicht?
  • An welchen Stellen war der Beleg dünn (hoher Anteil SEKUNDÄR/KONTEXT oder [HYPOTHESE])?
  • Welche Erkenntnisse legen einen Nachschlag in einer Folge-Iteration nahe?