# Versuch 02 – Agentengestützt (V2) Rollenspezialisierte Agentendateien statt eines einzelnen Threads. Agentenmodus des Skills: `custom`; die Rollen werden per `--agents` übergeben. ## Dateien | Datei | SHA-256 | Zweck | |---|---|---| | `01_Prompt.md` | `DCDC0E3F…B71BCF` | Analyseanweisung, Prompt-Version **02-A** | | `01_Agents.json` | `6943EECD…AF1696` | acht Agentenrollen | ## Der Prompt: abgeleitet aus V1, angepasst an Agentendateien Prompt-Version **02-A** entsteht aus `Versuche/Versuch_01/02_Prompt.md` (`F9B2A1AA…0D7849`) durch **eine** Ergänzung: den Abschnitt **Arbeitsteilung**. Alles Übrige – Auftrag, Scope, Vorgehensschritte 0 bis 6, Blockformat, Belegklassifikation, Prüfidee, Tracelinks, Konsolidierungsbegriff, Ergebnisstruktur – ist unverändert. **Warum die Ergänzung nötig ist.** Prompt-Version 02 unterstellt an mehreren Stellen stillschweigend, dass *ein* Bearbeiter die gesamte Kette durchläuft: Sie ordnet Schritte zeitlich (erst Inventar, dann Mindestabdeckung, dann Vertiefung), vergibt fortlaufende IDs und verlangt am Ende einen Konsistenzcheck über das Ergebnis. Wird die Arbeit auf Rollen verteilt, ist nichts davon mehr von selbst erfüllt: IDs kollidieren, die Reihenfolge läuft rollenweise auseinander, und eine Prüfung des eigenen Beitrags ist keine Prüfung des Ganzen. Der Abschnitt nennt **keine Rolle** und schreibt **keinen Zuschnitt** vor – welche Rollen es gibt, stellt der Versuchsaufbau bei. Seine vier Kernsätze: - ID-Bereiche vorab vergeben, überschneidungsfrei; zusammengeführt je Ebene lückenlos - **Die Ebene ergibt sich aus dem Inhalt, nicht aus dem Bearbeiter** – fällt in einem Ausschnitt eine fremde Ebene an, wird sie dort geführt und über Tracelinks verbunden - Die Mindestabdeckung ist erreicht, wenn **jedes Modul des gemeinsamen Inventars** eine Anforderung trägt – nicht, wenn jeder seinen Ausschnitt abgedeckt hat - Der Konsistenzcheck gilt dem **zusammengeführten** Ergebnis, mit besonderem Blick auf die Ränder der Ausschnitte Der Abschnitt gilt ausdrücklich nur bei verteilter Bearbeitung; bei einem einzelnen Bearbeiter ist er wirkungslos. Damit bleibt der Prompt auch für einen `solo`-Lauf gültig und der fachliche Auftrag über V1, V2 und V3 identisch. ## Die acht Rollen | Rolle | Aufgabe | Schreibt Anforderungen? | |---|---|---| | `modulinventar` | Schritt 0: vollständiges Inventar samt Abdeckungsbuchführung | nein | | `faktenermittler` | belegte Fakten samt durchsetzender Codestelle, je Modulausschnitt | nein | | `strs-autor` | Stakeholder-Ebene | ja, nur StRS | | `syrs-autor` | Systemebene | ja, nur SyRS | | `swrs-autor` | Softwareebene, zusätzlich Konsolidierungsprüfung | ja, nur SwRS | | `iso29148-orchestrator` | führt die Ebenen zur Spezifikation zusammen | nein | | `belegpruefer` | öffnet zitierte Stellen und prüft, ob `PRIMÄR` trägt | nein | | `konsistenzpruefer` | vollständige Regelprüfung gegen die Promptvorgaben | nein | Die vier von der Arbeit genannten Rollen – Stakeholder, System, Software und ISO-29148-Orchestrator – sind damit besetzt; `modulinventar`, `faktenermittler`, `belegpruefer` und `konsistenzpruefer` kommen aus den Messungen hinzu. **Der Orchestrator delegiert nicht.** Er startet keine Subagenten und schreibt keine Anforderungen, sondern stellt her, was erst am zusammengeführten Bestand entstehen kann: durchgängige Nummerierung samt mitgezogener Verweise, beidseitig geschlossene Traceability, eine aus dem Gesamtbestand erzeugte Hypothesenliste, die Abdeckungstabelle über das gemeinsame Inventar. Ein delegierender Orchestrator erzeugte eine zweite Ebene, deren Subagenten-Prompts nicht protokollierbar sind – in Versuch 1 blieben so 18 von 31 Aufrufen unerfassbar. ## Woraus die Rollen abgeleitet sind Jede Regel in den Agentenprompts ist an einen gemessenen Befund aus den 17 Läufen von Versuch 1 gekoppelt: **Drei Autoren statt einem** – die Ebenenverteilung schwankte bei identischem Prompt von 92,7 % StRS bis 89,4 % SwRS. Ursache: Der Prompt verlangt in Schritt 0b je Modul eine Anforderung, sagt aber nicht, auf welcher Ebene. Getrennte Autoren machen die Verteilung strukturell statt emergent. **Der `faktenermittler` ist aus den Läufen abgeschrieben.** Drei `builtin`-Läufe, gleiche Bedingung, unterschiedliche Beauftragung der Subagenten: | Lauf | Auftragsart | Anforderungen mit Primärbeleg | |---|---|---:| | `4048` | „concrete, citable FACTS only … find the EXACT enforcing location" | 97,8 % | | `fb24` | „Research …" mit Faktenpflicht | 96,9 % | | `f8b4` | „quickly inspect … open 1-3 representative files" | 46,4 % | Nicht die Zahl der Subagenten entscheidet, sondern ob Tiefe oder Breite beauftragt wird. Das Stichproben-Verbot im Prompt der Rolle folgt direkt daraus. **Der `belegpruefer` ist neu.** Die Primärbelegquote schwankte über 17 Läufe zwischen 34,6 % und 100 %. Eine hohe Quote ist wertlos, wenn die Einstufung nicht trägt – geprüft wurde sie bis dahin nie. **Der `konsistenzpruefer` adressiert den am häufigsten verfehlten Prüfpunkt.** Die risikobasierte Priorisierung scheiterte in 9 von 16 gültigen Läufen, im schlimmsten Fall bei 18 von 49 Anforderungen. In einem Lauf meldete der Agent „alle 36 gedeckt", während die maschinelle Prüfung 51 risikorelevante Anforderungen fand – er hatte gegen einen zu engen eigenen Risikobegriff geprüft. Die Rolle muss ihren Risikobegriff deshalb offenlegen. ## Ausführung Der Skill `run-experiment` übernimmt das im Modus `custom`. Ablage der Läufe: `//custom//`. ## Wichtig: `--safe-mode` ist hier nicht verwendbar `--safe-mode` schaltet ausweislich der CLI-Hilfe „all customizations (CLAUDE.md, skills, plugins, hooks, **MCP servers, custom commands and agents**, output styles, …)" ab – also genau das, was dieser Versuch untersucht. Smoke-Test am 2026-08-26 (CLI 2.1.246, identischer Aufruf, nur das Flag variiert): | Konfiguration | `spawned` | `by_type` | |---|---:|---| | mit `--safe-mode` | **0** | leer – „die Rollen sind nicht in der Agent-Registry registriert" | | ohne `--safe-mode` | **2** | `{"modulinventar": 1, "konsistenzpruefer": 1}` | **Ohne diesen Test wäre der erste Lauf stillschweigend als V1-Lauf gemessen worden**: `--agents` hätte keine Wirkung gehabt, der Lauf hätte fehlerfrei durchlaufen und Anforderungen erzeugt – nur eben ohne die Rollen, die den Versuch ausmachen. **Der Ersatz** (Skill 7.0.0): kein `--safe-mode`, stattdessen `--strict-mcp-config` und `--disallowedTools Skill WebSearch WebFetch SlashCommand` zusätzlich zur 33er-Denylist. Gegengeprüft mit derselben Werkzeugabfrage: `VORGELADEN: NICHTS VORGELADEN` · `SKILLS: KEINE` · `WEB: KEIN WEBZUGRIFF` · alle Rollen verfügbar. Ohne die Sperre lädt die CLI **16 global installierte Skills** (darunter `code-review`, `security-review`, `run`, `init`); `--setting-sources ''` unterdrückt sie nicht. **Was der Ersatz nicht abdeckt:** Plugins, Hooks und Output-Styles. Auf der Versuchsmaschine ist davon nichts konfiguriert, das ist aber eine Eigenschaft der Umgebung und keine Garantie. Der Skill verlangt deshalb vor jedem Lauf eine Umgebungsprüfung, deren Ergebnis ins Protokoll geht. **Folge für die Vergleichbarkeit:** Läufe dieses Versuchs sind hinsichtlich der Isolation nicht unmittelbar mit den `solo`- und `builtin`-Läufen aus Versuch 1 vergleichbar. Der Unterschied ist benannt und begrenzt – er betrifft Plugins, Hooks und Output-Styles, nicht CLAUDE.md, Skills, Webzugriff oder MCP. ## Offene Punkte vor dem ersten Lauf 1. **`extract-subagenten.py` ist nicht gegen `custom`-Typen geprüft.** Es erwartet die eingebauten Typen `Explore` und `general-purpose`; mit `--agents` heißen sie `faktenermittler`, `strs-autor` und so fort. 2. **Die Modellbedingung ist bei Delegation über `--model` allein nicht herstellbar.** Zwei dokumentierte Fälle aus Versuch 1: bei Fable liefen die Subagenten auf `claude-opus-5[1m]`, bei Opus entfielen 18,5 Mio. Tokens (4,72 %) auf `claude-sonnet-5`. Nach jedem Lauf `modelUsage` prüfen und die Modellbedingung nicht als gesichert annehmen. 3. **Hintergrund-Subagenten und Zeitlimit.** Der Skill setzt seit 6.1.0 `CLAUDE_CODE_PRINT_BG_WAIT_CEILING_MS=0`; ohne diese Einstellung bricht der Headless-Modus nach 600 s ab und meldet dabei `is_error: false` bei null Ergebnisdateien. 4. **Umgebungsprüfung** auf Hooks, Plugins und Output-Styles im User-Profil – siehe oben.