Versuche und Ergebnisse Umstrukturiert

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2026-02-19 20:16:26 +01:00
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#let __is_thesis = context { query(<__thesis_document>).len() > 0 }
#if __is_thesis == false [
#set cite(style: "apa")
#hide(bibliography("../literatur.bib", style: "apa"))
]
#heading(level: 1)[Diskussion (ca. 8 Seiten)]
#heading(level: 2)[Interpretation der Ergebnisse]
Vergleiche die Evaluation mit den Forschungsleitfragen.
Die Ergebnisse zeigen einen klaren methodischen Lerneffekt ueber die drei Iterationen. Der Verlauf von V01 ueber V02 zu V03 ist nicht als Widerspruch, sondern als komplementaere Reifung zu interpretieren:
- V01 demonstriert, dass bereits mit einfacher Konfiguration formal strukturierte Requirements ableitbar sind.
- V02 zeigt, dass eine agentengestuetzte ISO-Konsolidierung methodisch sauber, aber fuer den Gesamtumfang zu rigide sein kann.
- V03 zeigt, dass die MCP-Erweiterung die funktionale Breite massiv erhoeht und Discovery-Luecken schliesst.
In Summe entsteht ein zweistufiges Zielbild fuer Reverse Requirements Engineering in Legacy-Projekten: zuerst *formal konsolidieren*, danach *gezielt in die Breite erweitern*.
#heading(level: 2)[Chancen und Grenzen]
Diskutiere Potenziale und Limitationen des KI-gestützten Ansatzes.
#heading(level: 2)[Implikationen für Forschung und Praxis]
Leitfäden für Unternehmen und offene Forschungsfragen.
Die wesentlichen Chancen des Ansatzes liegen in:
- hoher Skalierbarkeit bei grossen Legacy-Artefakten,
- schneller Sichtbarmachung undokumentierter Funktionalitaet,
- strukturierter Ueberfuehrung in reviewbare Requirements-Artefakte.
Die zentralen Grenzen bleiben:
- keine belastbare Vollstaendigkeit ohne Zusatzquellen (insbesondere Nutzungs- und Prozesssicht),
- Halluzinations- und Fehlinterpretationsrisiken ohne Beleg- und Reviewpflicht,
- hoher Konsolidierungsaufwand zwischen Discovery-Artefakten und abnahmefaehiger Spezifikation.
Damit bestaetigt die Fallstudie, dass LLMs Requirements Engineering nicht ersetzen, aber als beschleunigendes Analyseinstrument mit klaren Governance-Regeln substantiellen Mehrwert liefern.
#heading(level: 2)[Implikationen fuer Forschung und Praxis]
Fuer die Praxis folgt daraus ein umsetzbarer Einfuehrungspfad:
1. Iterative Versuchslogik statt einmaliger "Big-Bang"-Extraktion.
2. Trennung von Discovery- und Konsolidierungsphase als Standard.
3. Traceability als verpflichtendes Abnahmekriterium fuer LLM-Ergebnisse.
Fuer die Forschung ergeben sich drei Anschlussfragen:
1. Wie laesst sich die Triangulation aus Code-, Video- und Stakeholderdaten automatisiert zusammenfuehren?
2. Welche Metriken messen Qualitaet von Requirements-Artefakten robuster als reine Umfangszahlen?
3. Wie kann Human-in-the-loop-Validierung mit vertretbarem Aufwand skaliert werden?
Die vorliegende Arbeit liefert dafuer eine belastbare methodische Ausgangsbasis, zeigt aber zugleich, dass die letzte Meile zur fachlich finalen Spezifikation weiterhin ein kooperativer Mensch-KI-Prozess bleibt.