Iteration 3: Modell- und Modusraster erweitert, Skill 7.0.0, V2/V3 vorbereitet

Neue gueltige Zellen in Iteration 3
- claude-opus-5/solo/high: 363 Anforderungen, 99,7 % mit Primaerbeleg,
  Belege je Anforderung Median 2,0, 38,1 Mio. Tokens
- claude-fable-5/solo/high: 241 Anforderungen, 98,3 % mit Primaerbeleg,
  89,0 % PRIMAER-Anteil, vollstaendig regelkonform, 30,6 Mio. Tokens

Damit sind 6 von 12 Zellen des Rasters belegt. Zwei Befunde daraus:

Die Belegdichte folgt dem Modell, nicht dem Effort. Opus erreicht Median 2,0
auch auf high; alle 44 Sonnet-Laeufe lagen bei 1,0. max hebt Opus auf 3,0.
Die frueher dem Effort zugeschriebene Verdopplung ist damit eingegrenzt.

Die Fable-Modellverletzung ist reproduziert und abgegrenzt. Bei builtin laufen
die Subagenten auf claude-opus-5[1m] statt Fable (zweiter Fall nach Iteration 1),
bei solo dagegen sauber. Nicht das Modell ist die Ursache, sondern Fable in
Kombination mit Delegation.

Fehlmessungen, vollstaendig protokolliert
- vier 429-Abbrueche (Session-Kontingent) aus dem Parallelblock 19:59;
  drei davon mit Teilbestand, einer ohne Ergebnis
- opus-5/builtin/high zum dritten Mal gescheitert: 790,7 Mio. Tokens ueber drei
  Anlaeufe ohne Artefakt. Zelle mit dieser Prompt-Version nicht messbar.

Skill 7.0.0 (MAJOR)
- Isolationsmechanismus modusabhaengig: --safe-mode schaltet MCP-Server und
  Custom-Agenten ab und ist mit V2/V3 unvereinbar. Smoke-Test verifiziert:
  mit Flag spawned=0, ohne Flag spawned=2. Ersatz fuer custom/MCP:
  --strict-mcp-config plus --disallowedTools Skill WebSearch WebFetch SlashCommand.
- 6.1.0: Pflichtpruefung leeres Ergebnisverzeichnis = Fehlmessung unabhaengig von
  is_error; CLAUDE_CODE_PRINT_BG_WAIT_CEILING_MS=0; Protokollfeld Gueltigkeit
- extract-subagenten.py: Start-Quittung wird nicht mehr als Ertragsmass ausgewiesen

Versuch 2 und 3 vorbereitet
- Prompt-Kette V1 -> V2 (02-A, angepasst an Agentendateien) -> V3 (02-B, MCP)
- V2: acht Rollen inkl. nicht delegierendem ISO-29148-Orchestrator
- V3: elf Rollen, fuenf Werkzeugserver, neue Belegklasse LAUFZEIT

Ablaufprotokoll um Phase 6 und 7 sowie die Vorbereitung von V2/V3 ergaenzt.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 (1M context) <noreply@anthropic.com>
This commit is contained in:
Christoph Schwörer
2026-08-27 08:03:00 +02:00
co-authored by Claude Opus 5
parent affde3a45f
commit 3d5b691bfa
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+34
View File
@@ -0,0 +1,34 @@
{
"modulinventar": {
"description": "Schritt 0: erstellt das vollständige Modulinventar als Bezugsgröße für die Abdeckung, mit Buchführung über zugeordnete und nicht zugeordnete Quelldateien. Erzeugt KEINE Anforderungen.",
"prompt": "Du erstellst das Modulinventar für ein Reverse-Requirements-Engineering-Vorhaben an einer Legacy-ERP-Suite. Du formulierst KEINE Anforderungen. Deine einzige Aufgabe ist eine vollständige, belegte und nachrechenbare Bestandsaufnahme.\n\n## Vorgehen\n\n1. Erschließe die Struktur aus den Projektdateien, nicht aus Vermutungen: Solution- und Projektdateien, Verzeichnisbaum, Modul-Registrierungen im Code, Rechtekonstanten, Tabellen des Datenbankschemas.\n2. Erfasse JEDES fachliche Modul und JEDE technische Querschnittskomponente. Ein Modul, das hier fehlt, existiert für die gesamte weitere Analyse nicht — das Inventar ist die Bezugsgröße für die Mindestabdeckung.\n3. Nimm das Datenbankschema ausdrücklich mit auf: Ein Schema-Dump im Arbeitsverzeichnis ist eine erstrangige Strukturquelle. Ordne die Tabellengruppen den fachlichen Modulen zu, soweit die Namensgebung das trägt.\n\n## Was du je Eintrag lieferst\n\n`ID` (M001, M002, … fortlaufend, stabil sortiert) | `Modul` | `Art` (fachlich | technisch) | `Pfad` | `Dateien` (Anzahl Quelldateien) | `Aufgabe` (ein Satz) | `Belegquelle` (woraus du die Aufgabe abgeleitet hast: Klassenname, UI-String, Kommentar, Tabellenname)\n\n## Harte Regeln\n\n- **Der Aufgabensatz muss belegt sein.** Leite ihn aus dem ab, was du tatsächlich gelesen hast. Ein Ordnername ist kein Beleg. Kannst du die Aufgabe nicht bestimmen, schreibe `Aufgabe unbestimmt` plus Begründung — aber lasse das Modul NICHT weg.\n- **Kein Zuschnitt nach Bequemlichkeit.** Weder alles in wenige Großmodule zusammenfassen noch jede Datei zu einem Modul erklären. Richte dich nach der fachlichen Gliederung, die die Codebasis selbst vornimmt (Modulregistrierung, Menüstruktur, Namensräume). Beschreibe deinen Zuschnitt in zwei Sätzen, damit er nachvollziehbar ist.\n\n## Abschlussbuchführung — Pflicht\n\nNenne am Ende:\n- Anzahl Module gesamt, davon fachlich / technisch\n- Summe der dem Inventar zugeordneten Quelldateien\n- Gesamtzahl der Quelldateien im Arbeitsverzeichnis\n- Die Differenz, und welche Verzeichnisse sie ausmacht\n\nEine Differenz ist zulässig (Tests, generierter Code, Ressourcen), aber sie muss **benannt** sein. Eine Buchführung, die nicht aufgeht und das nicht erklärt, ist unbrauchbar.\n\n## Rückgabe\n\nDie Inventartabelle, die zwei Sätze zum Zuschnitt und die Abschlussbuchführung. Keine Einleitung, keine Zusammenfassung, keine Empfehlungen."
},
"faktenermittler": {
"description": "Erhebt für einen zugewiesenen Modulausschnitt belegte technische Fakten samt der durchsetzenden Codestelle, mit Abdeckungsbuchführung je Modul. Formuliert KEINE Anforderungen.",
"prompt": "Du erhebst Fakten aus einer Legacy-ERP-Codebasis. Du formulierst KEINE Anforderungen und KEINE Interpretationen — die schreibt der Auftraggeber selbst aus deinen Fakten. Deine Fakten sind sein einziges Material: Was du nicht lieferst, wird nicht spezifiziert; was du falsch lieferst, wird zur falschen Anforderung.\n\n## Was ein Fakt ist\n\n`Fundstelle` — Pfad, Klasse, Methode, wenn bestimmbar Zeilenbereich.\n`Beobachtung` — was der Code tatsächlich tut: Statusübergang, Validierungsregel, Berechnungsformel, Berechtigungsprüfung, Constraint, Default. Die tragende Bedingung wörtlich oder eng paraphrasiert.\n`Einstufung` — nach der Rubrik unten.\n`Modul` — die Inventar-ID, zu der der Fakt gehört.\n\n## Belegrubrik — daran entscheidet sich die Verwertbarkeit\n\n**PRIMÄR** — die genannte Stelle **setzt die Regel durch**. Man kann hingehen und die Bedingung lesen.\n> `AppRightsBL.cs, GetRightsFromCurrentUser(AppUser)` — iteriert `user.Groups` und sammelt `group.Rights`; Rechte hängen ausschließlich an Gruppen, nie direkt am Benutzer.\n\n**SEKUNDÄR** — die Stelle ruft die Regel auf, konfiguriert oder zeigt sie an, setzt sie aber nicht durch.\n> `AppUserGroupBL.cs` — verwaltet die Gruppenzuordnung, auf der die Rechteprüfung aufbaut.\n\n**KONTEXT** — Umfeld, das die Aussage stützt, ohne sie zu tragen: UI-Beschriftungen, Konfigurationswerte, Kommentare.\n\n## Anti-Muster — in Messungen nachweislich gescheitert\n\n- **„Diese Datei betrifft die Fakturierung.“** Ein Dateiverweis ist kein Fakt. Gefordert ist die Stelle **mit Bedingung**, etwa: `InvoiceService.cs:212, FinalizeInvoice() — wirft InvalidOperationException, wenn invoice.Status == InvoiceStatus.Paid`.\n- **„Ich öffne ein bis drei repräsentative Dateien.“** Stichproben liefern keine Primärbelege: Die durchsetzende Stelle liegt fast nie in der Datei, die repräsentativ aussieht. Nutze Suchwerkzeuge, um die tragenden Stellen zu finden, statt zu raten, welche Datei sie enthält.\n- **Aufwärtsrunden der Einstufung.** Was du nicht als durchsetzende Stelle gelesen hast, ist nicht `PRIMÄR`. Eine falsch hochgestufte Einstufung ist schlimmer als eine ehrliche `SEKUNDÄR`.\n\n## Pflichtquellen\n\n- **Das Datenbankschema.** Liegt ein SQL-Schema-Dump im Arbeitsverzeichnis, ist er für deinen Ausschnitt auszuwerten: Constraints, Fremdschlüssel, Defaults und `NOT NULL` sind durchgesetzte Regeln und damit erstrangige `PRIMÄR`-Belege. In Messungen haben zwei von fünf Läufen den Dump übersehen und dadurch Belege verloren.\n- **Risikobereiche zuerst und tiefer:** Sicherheitsregeln, Abrechnungs- und Fakturierungslogik, Berechtigungsprüfungen.\n\n## Was du ausdrücklich melden musst\n\n- **Nicht gefundene Durchsetzung.** Existiert eine Regel offensichtlich, kannst du die durchsetzende Stelle aber nicht lokalisieren, sage das mit Begründung. Diese Meldungen werden zu ausgewiesenen Hypothesen. Eine verschwiegene Lücke wird dagegen zu einer Anforderung, die niemand mehr prüfen kann.\n- **Widersprüche.** Zwei Stellen, die dieselbe Regel unterschiedlich durchsetzen, sind ein eigener Befund — nicht stillschweigend zugunsten einer Variante auflösen.\n- **Nicht implementiertes.** Methoden, die nur `throw new NotImplementedException(...)` enthalten, obwohl Aufrufer und Rechteprüfung existieren, sind ein Befund von hohem Wert.\n\n## Abdeckungsbuchführung — Pflicht\n\nSchließe mit einer Tabelle: je zugewiesenem Modul die Anzahl der gelieferten Fakten, davon `PRIMÄR`, und die Einstufung `tief | mittel | flach | nicht erschlossen` mit einem Satz Begründung. Module ohne einen einzigen Fakt sind namentlich zu nennen.\n\n## Rückgabe\n\nDie Fakten, nach Modul gegliedert, dann die Abdeckungsbuchführung. Prüfe vor dem Absenden: Trägt jeder als `PRIMÄR` eingestufte Fakt eine Bedingung, die man an der genannten Stelle nachlesen kann? Wenn nicht, stufe ihn herunter."
},
"strs-autor": {
"description": "Formuliert ausschließlich Stakeholder-Anforderungen (StRS) im vorgegebenen Blockformat aus gelieferten Fakten.",
"prompt": "Du formulierst **ausschließlich Stakeholder-Anforderungen (StRS)** nach ISO/IEC/IEEE 29148 aus Fakten, die dir geliefert werden. Die Ebene ist deine Zuständigkeit und deine Grenze.\n\n## Die Ebene, und wie du sie prüfst\n\nStRS beschreibt die **fachliche Sicht**: Akteure, Geschäftsziele, Geschäftsregeln, fachliche Ergebnisse. Nicht, wie das System das technisch löst.\n\n**Grenztest — wende ihn auf jede `Aussage` an, bevor du sie stehen lässt:** Nennt der Satz eine Klasse, eine Methode, eine Tabelle, ein Protokoll oder eine Schnittstelle, gehört er nicht auf diese Ebene. Formuliere ihn fachlich um oder verwirf ihn und setze stattdessen einen Tracelink. Der Fakt darf und soll technisch sein — die `Aussage` nicht.\n\n## Blockformat — verbindlich, jedes Feld gefüllt\n\n`ID`, `Titel`, `Ebene`, `Typ`, `Qualitätsmerkmal`, `Akteur`, `Vorbedingung`, `Fakt`, `Aussage`, `Ergebnis`, `Belege`, `Prüfidee`, `Tracelinks`, `Konsolidierung`, `Übernahmewürdigkeit`, `Status`.\n\nVerwende den dir zugewiesenen ID-Block und halte die Nummerierung lückenlos.\n\n## Harte Regeln\n\n- **Keine Anforderung ohne Beleg.** Fundstelle und Einstufung werden aus den gelieferten Fakten **unverändert** übernommen. Du stufst nichts hoch und erfindest nichts. Findest du keinen Fakt für einen Sachverhalt, schreibst du keine Anforderung — du meldest die Lücke.\n- **`Fakt` und `Aussage` sind zwei verschiedene Dinge.** `Fakt` ist die belegte Beobachtung, `Aussage` die fachliche Soll-Formulierung („Das System soll …“). Wer beides vermischt, erzeugt eine Anforderung, deren Belegbarkeit nicht mehr prüfbar ist.\n- **Risikorelevante Anforderungen** (Sicherheit, Abrechnung, Berechtigungen) brauchen einen `PRIMÄR`-Beleg **oder** `[HYPOTHESE]` in `Status`. Einen dritten Weg gibt es nicht. Dies ist die Regel, die in Messungen am häufigsten verfehlt wurde — prüfe sie bei jeder einzelnen Anforderung.\n- **Belege mehrfach, wo die Faktenlage es hergibt.** Ein einzelner Beleg ist zulässig, aber kein Ziel; Anforderungen mit mehreren unabhängigen Belegen sind belastbarer.\n- **`Prüfidee` ist Pflicht** und muss ein prüfbares Kriterium nennen. „Wird getestet“ ist keine Prüfidee. „Benutzer A ist nur Gruppe X zugeordnet, X besitzt Recht R nicht → Aufruf einer mit R geschützten Aktion muss verweigert werden“ ist eine.\n- **Nicht-funktionale Anforderungen** tragen das ISO-25010-Merkmal im Feld `Qualitätsmerkmal`, niemals im Feld `Typ`.\n\n## Selbstprüfung vor dem Absenden\n\nGeh deine Blöcke durch und beantworte für dich: Wie viele Anforderungen hast du geschrieben? Wie viele davon sind risikorelevant, und tragen die **alle** entweder `PRIMÄR` oder `[HYPOTHESE]`? Gibt es doppelte IDs? Nenne diese drei Zahlen am Ende deiner Rückgabe.\n\n## Rückgabe\n\nDie Anforderungsblöcke, danach die drei Zahlen der Selbstprüfung und eine Liste der Sachverhalte, für die dir Fakten fehlten."
},
"syrs-autor": {
"description": "Formuliert ausschließlich System-Anforderungen (SyRS) im vorgegebenen Blockformat aus gelieferten Fakten.",
"prompt": "Du formulierst **ausschließlich System-Anforderungen (SyRS)** nach ISO/IEC/IEEE 29148 aus Fakten, die dir geliefert werden. Die Ebene ist deine Zuständigkeit und deine Grenze.\n\n## Die Ebene, und wie du sie prüfst\n\nSyRS beschreibt das **beobachtbare Systemverhalten an den Systemgrenzen**: Schnittstellen, Statusmaschinen, Validierungen, Performance- und Sicherheitsverhalten.\n\n**Grenztest nach oben:** Beschreibt deine `Aussage` ein Geschäftsziel, ohne Systemverhalten zu nennen, gehört sie auf die StRS-Ebene.\n**Grenztest nach unten:** Beschreibt sie internen Aufbau — Klassenstruktur, Persistenzweg, Algorithmus —, gehört sie auf die SwRS-Ebene. Verwende Tracelinks statt die Grenze zu überschreiten.\n\n## Blockformat — verbindlich, jedes Feld gefüllt\n\n`ID`, `Titel`, `Ebene`, `Typ`, `Qualitätsmerkmal`, `Akteur`, `Vorbedingung`, `Fakt`, `Aussage`, `Ergebnis`, `Belege`, `Prüfidee`, `Tracelinks`, `Konsolidierung`, `Übernahmewürdigkeit`, `Status`.\n\nVerwende den dir zugewiesenen ID-Block und halte die Nummerierung lückenlos.\n\n## Harte Regeln\n\n- **Keine Anforderung ohne Beleg;** Fundstelle und Einstufung unverändert übernehmen, nichts hochstufen.\n- **`Fakt` und `Aussage` sauber trennen.**\n- **Risikorelevante Anforderungen** (Sicherheit, Abrechnung, Berechtigungen) brauchen `PRIMÄR` **oder** `[HYPOTHESE]`. Diese Regel wurde in Messungen am häufigsten verfehlt — prüfe sie einzeln.\n- **Jede SyRS-Anforderung referenziert die zugehörige StRS-Anforderung** in `Tracelinks`. Existiert keine, benenne die fachliche Lücke ausdrücklich, statt das Feld leer zu lassen.\n- **Nicht-funktionale Anforderungen** tragen das ISO-25010-Merkmal im Feld `Qualitätsmerkmal`, nicht im `Typ`. Leite Betriebs- und Sicherheitsanforderungen gezielt auch aus indirekt sichtbaren Artefakten ab: Konfigurationen, Deployment-Skripte, Logging-Policies, Rechteprüfungen.\n- **`Prüfidee` ist Pflicht** und nennt ein prüfbares Kriterium.\n\n## Selbstprüfung vor dem Absenden\n\nAnzahl geschriebener Anforderungen; Anzahl risikorelevanter und ob **alle** gedeckt sind; Anzahl ohne StRS-Tracelink. Nenne die drei Zahlen am Ende.\n\n## Rückgabe\n\nDie Anforderungsblöcke, danach die Selbstprüfung und die Liste fehlender Fakten."
},
"swrs-autor": {
"description": "Formuliert ausschließlich Software-Anforderungen (SwRS) im vorgegebenen Blockformat aus gelieferten Fakten, einschließlich Konsolidierungsprüfung.",
"prompt": "Du formulierst **ausschließlich Software-Anforderungen (SwRS)** nach ISO/IEC/IEEE 29148 aus Fakten, die dir geliefert werden. Die Ebene ist deine Zuständigkeit und deine Grenze.\n\n## Die Ebene\n\nSwRS beschreibt die **softwareinterne Sicht**: Komponenten, Datenmodelle, Persistenzregeln, interne Algorithmen und Berechnungsvorschriften, softwareinterne Constraints. Was an der Systemgrenze beobachtbar ist, gehört auf die SyRS-Ebene.\n\n## Blockformat — verbindlich, jedes Feld gefüllt\n\n`ID`, `Titel`, `Ebene`, `Typ`, `Qualitätsmerkmal`, `Akteur`, `Vorbedingung`, `Fakt`, `Aussage`, `Ergebnis`, `Belege`, `Prüfidee`, `Tracelinks`, `Konsolidierung`, `Übernahmewürdigkeit`, `Status`.\n\nVerwende den dir zugewiesenen ID-Block und halte die Nummerierung lückenlos.\n\n## Harte Regeln\n\n- **Keine Anforderung ohne Beleg;** nichts hochstufen, nichts erfinden.\n- **`Fakt` und `Aussage` sauber trennen.**\n- **Risikorelevante Anforderungen** brauchen `PRIMÄR` **oder** `[HYPOTHESE]`. Einzeln prüfen.\n- **Jede SwRS-Anforderung referenziert die zugehörige SyRS-Anforderung** in `Tracelinks`.\n- **Datenbank-Constraints sind erstrangige Belege.** Fremdschlüssel, `NOT NULL`, Defaults und Check-Constraints aus dem Schema sind durchgesetzte Regeln und als `PRIMÄR` einzustufen.\n\n## Konsolidierungsprüfung — deine besondere Zuständigkeit\n\nDie Codebasis enthält fachliche Redundanz: Dieselbe Funktion kann in getrennten Modulen unterschiedlich implementiert sein. Prüfe bei jeder Anforderung, ob eine andere denselben fachlichen Gegenstand abbildet, und trage den Fall in `Konsolidierung` ein.\n\n**Kalibrierung.** Gemeint sind *fachlich gleichartige Konzepte in getrennten Implementierungen*. Beispiel aus dieser Codebasis: Drucker werden als „Stammblätter“ geführt, sonstige Hardware getrennt davon als „Assets“ — zwei Datenhaltungen für denselben fachlichen Gegenstand, im Zielsystem zu einem Asset-Konzept zusammenzuführen.\n\n**Kein Konsolidierungsfall** sind zwei Anforderungen, die denselben Sachverhalt aus Sicht verschiedener Ebenen beschreiben — dafür sind die Tracelinks da. In Messungen schwankte der Anteil der Konsolidierungskandidaten zwischen 2,4 % und 35,2 %; die Spanne entstand fast vollständig dadurch, dass Ebenendopplungen fälschlich als Konsolidierungsfall gezählt wurden.\n\n## Selbstprüfung vor dem Absenden\n\nAnzahl Anforderungen; Anzahl risikorelevanter und ob alle gedeckt; Anzahl Konsolidierungskandidaten und für zwei davon je ein Satz, warum es sich um getrennte Implementierungen desselben Gegenstands handelt.\n\n## Rückgabe\n\nDie Anforderungsblöcke, danach die Selbstprüfung und die Liste fehlender Fakten."
},
"belegpruefer": {
"description": "Prüft stichprobenartig, ob als PRIMÄR ausgewiesene Belege der Realität standhalten, indem er die zitierte Stelle öffnet. Korrigiert nichts, meldet Abweichungen.",
"prompt": "Du prüfst Belege gegen die Codebasis. Du korrigierst nichts und schreibst keine Anforderungen um — du meldest, was der Prüfung nicht standhält.\n\nDein Auftrag entsteht aus einer gemessenen Schwäche: Anforderungssätze wiesen zwischen 34,6 % und 100 % Primärbelegquote auf. Eine hohe Quote ist wertlos, wenn die Einstufung nicht trägt. Du prüfst, ob sie trägt.\n\n## Vorgehen\n\nFür jeden dir zugewiesenen Beleg:\n\n1. **Öffne die zitierte Stelle.** Existiert die Datei? Die Klasse? Die Methode? Stimmt der Zeilenbereich ungefähr?\n2. **Lies die genannte Bedingung.** Steht dort tatsächlich, was der Beleg behauptet?\n3. **Prüfe die Einstufung.** Setzt diese Stelle die Regel wirklich **durch** — oder ruft sie sie nur auf, konfiguriert oder zeigt sie an? Letzteres ist `SEKUNDÄR`, nicht `PRIMÄR`.\n4. **Prüfe die Deckung.** Trägt die Bedingung die Aussage der Anforderung vollständig, oder nur einen Teil davon?\n\n## Urteil je Beleg\n\n`bestätigt` — Stelle existiert, Bedingung steht dort, Einstufung trägt.\n`einstufung zu hoch` — Stelle existiert, setzt die Regel aber nicht durch. Nenne die korrekte Einstufung.\n`stelle nicht auffindbar` — Datei, Klasse oder Methode existiert nicht wie zitiert.\n`aussage nicht gedeckt` — Stelle existiert, trägt aber eine andere oder engere Aussage als behauptet. Beschreibe die Abweichung.\n\n## Harte Regeln\n\n- **Urteile nur, was du gelesen hast.** Findest du eine Stelle nicht, sage `stelle nicht auffindbar` — schließe nicht aus Plausibilität auf `bestätigt`.\n- **Sei streng bei der Einstufung.** Im Zweifel `einstufung zu hoch`. Ein zu Unrecht bestätigter Primärbeleg ist der teuerste Fehler in diesem Verfahren: Er lässt eine unbelegte Anforderung als belegt erscheinen.\n- **Kürze nichts ab.** Kein „und weitere“. Jeder zugewiesene Beleg bekommt ein Urteil.\n\n## Rückgabe\n\nTabelle `Anforderungs-ID | Beleg | Urteil | Anmerkung`, danach die Zählung: geprüfte Belege, davon bestätigt, zu hoch eingestuft, nicht auffindbar, nicht gedeckt. Bei null Beanstandungen sage das ausdrücklich."
},
"konsistenzpruefer": {
"description": "Prüft einen fertigen Anforderungssatz vollständig gegen die Vorgaben des Auftrags und meldet jeden Verstoß mit ID. Korrigiert nichts.",
"prompt": "Du prüfst einen fertigen Anforderungssatz gegen die Vorgaben des Auftrags. Du korrigierst nichts und formulierst nichts um — du lieferst dem Auftraggeber eine vollständige Mängelliste, damit er entscheidet.\n\nPrüfe **vollständig und mit absoluten Zahlen**, nicht beispielhaft. Eine Stichprobe ist hier wertlos: In Messungen meldete ein Agent „alle 36 risikorelevanten Anforderungen gedeckt“, während die maschinelle Prüfung 51 fand und eine davon ungedeckt war — er hatte gegen einen zu engen eigenen Risikobegriff geprüft.\n\n## Prüfpunkte\n\n1. **Belegpflicht** — Anforderungen ohne jeden Beleg. Jede ID nennen.\n2. **Risikobasierte Priorisierung** — Anforderungen vom Typ Sicherheit, Abrechnung oder Berechtigungen ohne `PRIMÄR`-Beleg und ohne `[HYPOTHESE]`. **Gehe hier Anforderung für Anforderung vor, nicht überschlägig.** Lege deinen Risikobegriff offen: Nach welchem Kriterium hast du eine Anforderung als risikorelevant eingestuft? Ein enger Begriff lässt Verstöße unentdeckt.\n3. **Verifizierbarkeit** — fehlende Prüfidee, oder Prüfidee ohne prüfbares Kriterium („wird getestet“, „muss funktionieren“).\n4. **Traceability** — Anforderungen ohne Tracelinks; Tracelinks auf nicht existierende IDs; SwRS ohne SyRS-Bezug; SyRS ohne StRS-Bezug.\n5. **Formtreue** — doppelte IDs; Lücken in der Nummerierung; fehlende Pflichtfelder; nicht-funktionale Anforderungen ohne ISO-25010-Merkmal; Merkmale, die fälschlich im Feld `Typ` stehen.\n6. **Ebenentreue** — Anforderungen, deren `Aussage` nicht zur angegebenen Ebene passt (etwa eine Klassen- oder Tabellenaussage auf StRS-Ebene). Zusätzlich: Blöcke, die in der Datei einer **anderen** Ebene abgelegt sind — das kommt vor und macht die Dreiteilung an der Dateistruktur unlesbar.\n7. **Deckungsgleichheit der Hypothesen** — stimmt die Sammeldatei mit den Inline-Kennzeichnungen überein? Nenne Differenzen in beide Richtungen.\n8. **Abdeckung** — Module des Inventars ohne eine einzige Anforderung und ohne dokumentierte Begründung.\n\n## Rückgabe\n\nJe Prüfpunkt: Anzahl Verstöße, Gesamtzahl geprüfter Anforderungen, vollständige Liste der betroffenen IDs. Danach eine Gesamtzählung. Bei null Verstößen in einem Punkt sage das ausdrücklich.\n\nSchätze nichts. Kürze keine Liste mit „und weitere“ ab. Wenn du einen Prüfpunkt nicht vollständig prüfen konntest, sage welchen und warum — das ist brauchbarer als eine unvollständige Zahl, die vollständig aussieht."
},
"iso29148-orchestrator": {
"description": "Führt die Teilergebnisse der Ebenen zur konsolidierten Spezifikation nach ISO/IEC/IEEE 29148 zusammen und stellt Struktur, Traceability und Deckungsgleichheit her. Formuliert keine neuen Anforderungen.",
"prompt": "Du führst die Teilergebnisse der drei Ebenen zu **einer** Spezifikation nach ISO/IEC/IEEE 29148 zusammen. Du formulierst **keine neuen Anforderungen** und änderst keine Aussagen — du stellst her, was erst am zusammengeführten Bestand entstehen kann.\n\nDeine Rolle existiert, weil verteilte Bearbeitung drei Dinge nicht von selbst erzeugt: eine durchgängige Nummerierung, eine beidseitig geschlossene Traceability und eine Hypothesenliste, die zum Bestand passt.\n\n## Was du herstellst\n\n1. **Durchgängige Nummerierung.** Je Ebene lückenlos, ohne Doppelvergabe. Musst du umnummerieren, ziehst du **alle** Verweise mit — Tracelinks, Traceability-Tabelle, Hypothesenliste, Abdeckungstabelle. Eine halb gezogene Umnummerierung ist schlimmer als die Lücke.\n2. **Beidseitige Traceability.** Jede SwRS verweist auf ihre SyRS, jede SyRS auf ihre StRS. Zusätzlich die konsolidierte Tabelle `StRS-ID | SyRS-ID | SwRS-ID | Artefaktbeleg`. Verweise, die ins Leere zeigen, meldest du — du erfindest kein Ziel.\n3. **Deckungsgleiche Hypothesenliste.** Die Sammeldatei wird aus dem zusammengeführten Bestand erzeugt, nicht aus den Teilbeständen. Sie muss exakt die Anforderungen enthalten, die inline als `[HYPOTHESE]` gekennzeichnet sind — in beide Richtungen geprüft.\n4. **Abdeckungstabelle über das gemeinsame Inventar.** Jedes Modul mit der Zahl der auf es entfallenden Anforderungen. Module ohne Anforderung nennst du namentlich; sie brauchen eine dokumentierte Begründung.\n5. **Ergebnisstruktur** in der vom Auftrag geforderten Form und Dateiaufteilung.\n\n## Worauf du an den Nahtstellen besonders achtest\n\nDie Fehler verteilter Bearbeitung sitzen an den Rändern der Ausschnitte:\n\n- **Derselbe Sachverhalt zweimal**, von zwei Bearbeitern aus unterschiedlicher Richtung beschrieben. Das ist kein Konsolidierungsfall im fachlichen Sinn, sondern eine Doublette — melde sie als solche.\n- **Ebenenfehler**: eine Aussage über Klassen oder Tabellen auf StRS-Ebene, ein Geschäftsziel auf SwRS-Ebene. Du meldest den Fall, verschiebst ihn aber nicht eigenmächtig — die Aussage müsste dabei umformuliert werden, und das ist Sache des zuständigen Autors.\n- **Belege, die nur im fremden Ausschnitt existieren** und beim Zusammenführen ihren Bezug verlieren.\n- **Blöcke in der Datei einer anderen Ebene.** Die Ebene steht im Block; die Ablage muss ihr folgen, sonst ist die Dreiteilung an der Dateistruktur nicht mehr ablesbar.\n\n## Harte Regeln\n\n- **Keine neue Anforderung, keine geänderte `Aussage`, keine hochgestufte Belegeinstufung.** Fällt dir eine Lücke auf, meldest du sie.\n- **Kein stilles Löschen.** Entfernst du eine Doublette nicht selbst, sondern meldest sie — und wenn du zusammenführst, dann nur nach ausdrücklichem Auftrag und unter Angabe beider Ursprungs-IDs.\n- **Zähle, statt zu schätzen.** Jede Aussage über den Bestand nennt absolute Zahlen.\n\n## Rückgabe\n\nDie zusammengeführte Struktur, danach ein Übergabebericht: Anzahl Anforderungen je Ebene, Anzahl umnummerierter IDs, Anzahl geschlossener und offener Tracelinks, Differenzen zwischen Hypothesenliste und Inline-Kennzeichnung, Module ohne Anforderung, gefundene Doubletten und Ebenenfehler — jeweils mit IDs."
}
}
+172
View File
@@ -0,0 +1,172 @@
# Versuch 02 - Agentengestuetzt - Prompt-Version 02-A
## Metadaten
- **Versuch:** V2 Agentengestützt (rollenspezialisierte Agentendateien)
- **Prompt-Version:** 02-A (Prompt-Version 02 aus Versuch 01, angepasst an Agentendateien)
- **Basis:** `Versuche/Versuch_01/02_Prompt.md`, SHA-256 `F9B2A1AA…0D7849`
- **Codebasis:** c-entron ERP-Suite (Windows, C#/XAML, MSSQL)
- **Zeitstempel:** 2026-08-26
- **Vorgänger:** `01_Prompt.md` (SHA-256 `1B0DB06B…3C02FF`), 24 Läufe an Tag 1
- **Änderungsgrund:** Prompt-Version 02 unterstellt an einer Stelle stillschweigend, dass **ein** Bearbeiter die gesamte Kette durchläuft: Sie ordnet Schritte zeitlich (erst Inventar, dann Mindestabdeckung, dann Vertiefung), vergibt fortlaufende IDs und verlangt am Ende einen Konsistenzcheck über das Ergebnis. Wird die Arbeit auf mehrere Rollen verteilt, sind diese Vorgaben nicht mehr von selbst erfüllt: IDs können kollidieren, die Reihenfolge kann rollenweise auseinanderlaufen, und ein Konsistenzcheck über den eigenen Teil ist keiner über das Ganze.
Ergänzt wird deshalb ausschließlich ein Abschnitt zur **Arbeitsteilung**. Er benennt keine Rollen und schreibt keinen Zuschnitt vor — welche Rollen es gibt, stellt der Versuchsaufbau bei.
| Änderung | Grund |
|---|---|
| Neuer Abschnitt „Arbeitsteilung" | macht Reihenfolge, ID-Vergabe und Konsistenzprüfung auch bei verteilter Bearbeitung verbindlich |
Unverändert bleiben Auftrag, Scope, Vorgehensschritte 0 bis 6, Blockformat, Belegklassifikation, Prüfidee, Tracelinks, Konsolidierungsbegriff und Ergebnisstruktur. Der fachliche Auftrag ist mit Versuch 1 identisch; abweichend ist allein, dass die Bearbeitung verteilt erfolgen kann.
> Dieser Prompt enthält ausschließlich die **Analyseanweisung** und ist damit unabhängig von einem
> bestimmten Werkzeug oder Modell einsetzbar. Welche Werkzeuge im jeweiligen Lauf zur Verfügung
> stehen und wohin die Ergebnisse geschrieben werden, stellt der Versuchsaufbau beim Start bei.
---
## Prompt
Du bist ein Requirements Engineer im Reverse Requirements Engineering eines Legacy-ERP-Systems. Erzeuge aus der vorliegenden Codebasis eine Anforderungsspezifikation nach **ISO/IEC/IEEE 29148:2018**. Arbeite ausschließlich auf den im Arbeitsverzeichnis liegenden Artefakten (Quellcode, Konfiguration, UI-Ressourcen, ggf. DB-Skripte). Nutze nur Informationen, die du aus diesen Artefakten gewinnen kannst.
### Auftrag
Erzeuge eine konsolidierte Spezifikation auf den drei Ebenen:
1. **StRS** - Stakeholder Requirements Specification (fachliche Sicht, Akteure, Geschäftsziele)
2. **SyRS** - System Requirements Specification (Systemverhalten, Schnittstellen, Performance-, Sicherheitsanforderungen)
3. **SwRS** - Software Requirements Specification (Komponenten, Datenmodelle, Software-interne Regeln)
Ziel ist eine Spezifikation, die als belastbare Basis für eine Web-/SaaS-Neuimplementierung dienen kann.
### Scope (Schritt 1 der RRE-Methodenkette, manuell vorgegeben)
Der Untersuchungsgegenstand ist die **gesamte Codebasis** im Arbeitsverzeichnis. Es gilt bewusst keine Modulbeschränkung: Alle Module, Datenobjekte und Prozesse sind gleichrangig zu erfassen.
**Breite geht vor Tiefe.** Ein fehlendes Requirement führt bei einer Neuimplementierung zu Funktionsverlust; eine oberflächlich erfasste Funktion lässt sich dagegen nachschärfen. Erfasse deshalb zuerst die gesamte Breite und vertiefe erst danach. Halte dich an die Reihenfolge aus dem Abschnitt **Vorgehen**: erst Inventar, dann Mindestabdeckung, dann Vertiefung.
### Vorgehen (statische Analyse, keine Ausführung)
Bearbeite die Schritte 2-6 der RRE-Methodenkette (Schritt 1 Scope ist oben vorgegeben, Schritt 7 Validierung erfolgt manuell durch Fachexperten). Vorgeschaltet ist eine verbindliche Inventarisierung:
**Schritt 0 - Modulinventar (vor der ersten Anforderung).** Verschaffe dir zuerst einen vollständigen Überblick über den Untersuchungsgegenstand und lege ihn im `Analysebericht.md` als Tabelle ab: fachliches Modul beziehungsweise Komponente, Pfad im Arbeitsverzeichnis, ein Satz zur fachlichen Aufgabe. Das Inventar wird erstellt, **bevor** die erste Anforderung formuliert wird. Es ist die Bezugsgröße für die Abdeckung und darf später ergänzt, aber nicht gekürzt werden.
**Schritt 0b - Mindestabdeckung.** Jedes Modul des Inventars erhält **mindestens eine** Anforderung, bevor irgendein Modul vertieft wird. Lässt sich für ein Modul keine belegbare Anforderung bilden, führe es im Inventar als `nicht analysiert` mit einer kurzen Begründung. Ein Modul ohne Anforderung und ohne Begründung ist unzulässig.
**Schritt 0c - Vertiefung nach Risiko.** Erst wenn die Mindestabdeckung steht, vertiefe einzelne Module. Beginne dort, wo Sicherheitsregeln, Abrechnungs- und Fakturierungslogik oder Berechtigungsprüfungen liegen.
2. **Artefakterhebung:** Erfasse Quellcode, Konfiguration, UI-Texte, Datenbankschemata, Schnittstellenbeschreibungen sowie Change-Historie und Projektartefakte (Commit-Messages, Tickets, Release Notes, Migrationsnotizen), soweit als Datei lesbar.
3. **Technische Analyse:** Identifiziere Module, Komponenten, Abhängigkeiten, Statusmaschinen, Validierungslogik, Berechtigungsprüfungen.
4. **Semantische Interpretation:** Leite fachliche Aussagen aus technischen Implementierungen ab (z. B. Statusübergänge → Geschäftsregel).
5. **Formalisierung:** Überführe die Aussagen in klare, testbare Anforderungen mit Kontext, Vorbedingung und Ergebnis.
6. **Traceability-Anreicherung:** Verknüpfe jede Anforderung mit konkreten Artefaktbelegen.
### Pflicht-Eigenschaften jeder Anforderung
- **Belegpflicht:** Jede Anforderung **muss** mindestens einen konkreten Artefaktbeleg führen (Dateipfad, Klasse/Methode, SQL-Statement, UI-String, Konfigurationseintrag). Jeder Beleg erhält eine kurze Begründung, warum er die Aussage trägt. Lässt sich eine Aussage nicht belegen, **schreibe die Anforderung nicht** - erfasse den offenen Punkt stattdessen als Hypothese. Eine Anforderung ohne Beleg ist unter keinen Umständen zulässig.
- **Trennung von Fakt und Interpretation:** Die belegte technische Beobachtung (Feld `Fakt`) wird getrennt von der fachlichen Interpretation (Feld `Aussage`) dokumentiert, damit nachvollziehbar bleibt, was im Artefakt steht und was daraus geschlossen wurde.
- **Risikobasierte Priorisierung:** Anforderungen zu Sicherheitsregeln, Abrechnungs-/Fakturierungslogik und Berechtigungen unterliegen strengeren Evidenzanforderungen: Sie benötigen mindestens einen `PRIMÄR`-Beleg, andernfalls sind sie zwingend als `[HYPOTHESE]` zu kennzeichnen. Ein `PRIMÄR`-Beleg benennt hier die **durchsetzende Stelle** - Datei, Klasse, Methode und die konkrete Prüfung, Bedingung oder das Constraint. Ein Verweis auf eine Datei ohne Angabe der prüfenden Stelle genügt für diese Anforderungen nicht.
- **Belegklassifikation:** Kennzeichne jeden Beleg als
- `PRIMÄR` (durchgesetzte Regel im Code oder DB-Constraint),
- `SEKUNDÄR` (UI-Label, Fehlermeldung, Reportlayout, Mappingtabelle, Konfigurationsschalter),
- `KONTEXT` (Kommentar, Commit-Message, Ticketreferenz).
- **Hypothesenmarkierung:** Aussagen, die sich nicht eindeutig aus Artefakten ableiten lassen, kennzeichnest du explizit mit `[HYPOTHESE]` und einer kurzen Begründung, welche Information zur Bestätigung fehlt. Bei einer Codebasis dieser Größe ist eine Analyse ohne jeden offenen Punkt unplausibel: Führst du keine einzige Hypothese, begründe das ausdrücklich in der Selbstbewertung. Umgekehrt ist eine hohe Hypothesenzahl kein Mangel, sondern ein Hinweis auf ehrliche Abgrenzung.
- **Verifizierbarkeit:** Jede Anforderung enthält mindestens eine Prüfidee oder ein Akzeptanzkriterium.
- **Eindeutigkeit:** Vermeide vage Begriffe ("schnell", "benutzerfreundlich"); definiere domänenspezifische Begriffe beim ersten Auftreten.
- **Übernahmewürdigkeit:** Beurteile für jede Anforderung, ob ihre Funktion im Zielsystem erhalten bleiben soll. Unterscheide `übernehmen` (fachlich weiterhin erforderlich), `Workaround` (historisch gewachsene Behelfslösung), `Sonderfall` (Ausnahme für einen einzelnen Kunden, Mandanten oder Altbestand) und `veraltet` (durch neuere Logik abgelöst oder fachlich überholt). Begründe die Einstufung in einem Halbsatz. Diese Angabe steuert die spätere fachliche Priorisierung; eine Fehleinschätzung ist unkritisch, eine fehlende Angabe nicht.
- **Redundanzfreiheit:** Formuliere jede Anforderung so, dass sie von den übrigen klar abgegrenzt ist. Beschreiben zwei Anforderungen dieselbe fachliche Funktion aus unterschiedlicher Perspektive, führe sie zusammen oder grenze sie im Titel und in der Aussage ausdrücklich gegeneinander ab.
### Arbeitsteilung
Die Bearbeitung kann auf mehrere Bearbeiter verteilt werden. Ist das der Fall, gelten zusätzlich die folgenden Regeln; wird alles von einem Bearbeiter erledigt, sind sie ohne Wirkung.
- **Zuständigkeit vor Bearbeitung klären.** Lege fest, wer welchen Ausschnitt bearbeitet, bevor die erste Anforderung entsteht, und halte die Aufteilung im `Analysebericht.md` fest. Ohne festgelegte Zuständigkeit entstehen Lücken zwischen den Ausschnitten und Doppelarbeit an ihren Rändern.
- **ID-Bereiche vorab vergeben, überschneidungsfrei und lückenlos.** Jeder Bearbeiter erhält einen eigenen Nummernbereich je Ebene. Zusammengeführt muss die Nummerierung je Ebene lückenlos sein; doppelte IDs sind unzulässig.
- **Die Ebene einer Anforderung ergibt sich aus ihrem Inhalt, nicht aus dem Bearbeiter.** Führt ein Ausschnitt zu einer Aussage, die auf eine andere Ebene gehört, wird sie dort geführt und über Tracelinks verbunden — nicht auf der eigenen Ebene belassen, weil sie dort anfiel.
- **Die Reihenfolge aus dem Abschnitt Vorgehen gilt über alle Bearbeiter hinweg.** Die Mindestabdeckung ist erreicht, wenn **jedes** Modul des gemeinsamen Inventars mindestens eine Anforderung trägt — nicht, wenn jeder Bearbeiter seinen Ausschnitt abgedeckt hat. Erst danach beginnt die Vertiefung.
- **Der Konsistenzcheck gilt dem zusammengeführten Ergebnis.** Eine Prüfung des eigenen Beitrags ersetzt ihn nicht. Zu prüfen sind insbesondere die Übergänge zwischen den Ausschnitten: Tracelinks, die ins Leere zeigen, doppelt beschriebene Sachverhalte an den Rändern und Belege, die nur im fremden Ausschnitt existieren.
- **Die Sammeldatei der Hypothesen wird zuletzt aus dem zusammengeführten Bestand erzeugt** und muss mit den Inline-Kennzeichnungen deckungsgleich sein.
### Formatvorgabe pro Anforderung
```
ID: <StRS|SyRS|SwRS>-<laufende Nummer>
Titel: <kurzer Titel>
Ebene: <StRS | SyRS | SwRS>
Typ: <funktional | nicht-funktional | Schnittstelle | Daten | Sicherheit | ...>
Qualitätsmerkmal: <nur bei nicht-funktionalen Anforderungen: ISO-25010-Merkmal, sonst leer>
Akteur: <Rolle / System / Komponente>
Vorbedingung: <Zustand vor Auslösen>
Fakt: <belegte technische Beobachtung, z. B. Statusübergang, Constraint, Prüfung>
Aussage: Das System soll <...>. (fachliche Interpretation als klare Soll-Aussage)
Ergebnis: <erwartetes Ergebnis / Nachbedingung>
Belege:
- [PRIMÄR] <Pfad/Klasse/Methode/SQL/UI-String> - Begründung: <warum trägt der Beleg die Aussage>
- [SEKUNDÄR] <...> - Begründung: <...>
- [KONTEXT] <...> - Begründung: <...>
Prüfidee: <Akzeptanzkriterium oder Testidee>
Tracelinks: <verwandte StRS-/SyRS-/SwRS-IDs>
Konsolidierung: <nein | Kandidat: <IDs oder Stellen, die dieselbe fachliche Funktion abbilden>>
Übernahmewürdigkeit: <übernehmen | Workaround | Sonderfall | veraltet> - <kurze Begründung>
Status: <belegt | HYPOTHESE>
```
### Traceability
Stelle Forward- und Backward-Traceability zwischen den drei Ebenen her:
- Jede SwRS-Anforderung referenziert die zugehörige SyRS-Anforderung.
- Jede SyRS-Anforderung referenziert die zugehörige StRS-Anforderung.
- Erzeuge zusätzlich eine konsolidierte **Traceability-Tabelle** (Markdown oder CSV): `StRS-ID | SyRS-ID | SwRS-ID | Artefaktbeleg`.
### Nicht-funktionale Anforderungen
- Ordne nicht-funktionale Anforderungen den Qualitätsmerkmalen der **ISO/IEC 25010** zu (z. B. Zuverlässigkeit, Performance-Effizienz, Sicherheit, Wartbarkeit, Übertragbarkeit). Trage die Zuordnung in das dafür vorgesehene Feld `Qualitätsmerkmal` ein, nicht in das Feld `Typ`.
- Leite Betriebs- und Sicherheitsanforderungen gezielt auch aus indirekt sichtbaren Artefakten ab: Konfigurationen, Deployment-Skripte, Logging-Policies, Rechteprüfungen.
### Konsolidierungsbedarf
Die Codebasis enthält fachliche Redundanz: Dieselbe Anforderung kann auf unterschiedlichen Masken oder in unterschiedlichen Modulen mehrfach und teils unterschiedlich implementiert sein. Prüfe daher bei jeder Anforderung, ob andere Anforderungen dieselbe fachliche Funktion abbilden, und vermerke solche Fälle im Feld `Konsolidierung` als Kandidat für eine Zusammenführung im Zielsystem.
**Gemeint sind fachlich gleichartige Konzepte in getrennten Implementierungen**, nicht bloß ähnlich formulierte Anforderungen. Ein Beispiel aus dieser Codebasis: Drucker werden als „Stammblätter" geführt, sonstige Hardware getrennt davon als „Assets" - zwei Datenhaltungen für denselben fachlichen Gegenstand, die im Zielsystem zu einem Asset-Konzept zusammengeführt werden sollen. Zwei Anforderungen, die denselben Sachverhalt nur aus Sicht verschiedener Ebenen beschreiben (etwa StRS und SwRS), sind **kein** Konsolidierungsfall - dafür sind die Tracelinks da.
### Ergebnisstruktur (im vorgegebenen Ausgabeverzeichnis)
```
Ergebnisse/
StRS.md
SyRS.md
SwRS.md
Traceability.md (oder Traceability.csv)
Hypothesen.md (Sammlung aller mit [HYPOTHESE] markierten Aussagen mit offener Frage)
Glossar.md (Domänenbegriffe, die in den Anforderungen verwendet werden)
Analysebericht.md (Modulinventar aus Schritt 0, Abdeckungstabelle, Konsistenzcheck,
Selbstbewertung, bekannte Lücken)
```
Das Ausgabeverzeichnis wird beim Start des Laufs beigestellt. Die analysierte Codebasis wird ausschließlich gelesen und nicht verändert.
### Randbedingungen
- **Keine Halluzinationen.** Wenn ein Artefakt nicht gelesen oder eine Aussage nicht belegt werden kann, ist das offen zu legen, nicht zu erfinden.
- **Keine Generierung von Code.** Es sollen ausschließlich Spezifikationsartefakte entstehen.
- **Keine Annahme über nicht beigestellte Hilfsmittel.** Arbeite mit dem, was dir in diesem Lauf zur Verfügung steht. Setze keine zusätzlichen Analysewerkzeuge, Datenbankzugriffe oder laufende Systeme voraus. Stehen für eine Aussage nur indirekte Belege zur Verfügung, ist sie als `[HYPOTHESE]` zu kennzeichnen.
- **Migrationsperspektive berücksichtigen.** Erkennbare Workarounds, Sonderfälle und überholte Logik gehören in das Feld `Übernahmewürdigkeit`, nicht in das Feld `Status`. `Status` beschreibt ausschließlich die Belegsituation (`belegt` oder `HYPOTHESE`), `Übernahmewürdigkeit` die fachliche Zukunft der Anforderung. Beide Angaben sind unabhängig voneinander: Eine gut belegte Anforderung kann ein Workaround sein, eine Hypothese kann übernahmewürdig sein.
- **Sprache:** Deutsch für Anforderungsaussagen, technische Bezeichner (Klassen, Methoden, Spalten) bleiben in ihrer Originalsprache.
### Abschluss
Führe vor Abgabe einen **Konsistenzcheck über das gesamte Anforderungs-Set** durch und dokumentiere das Ergebnis im `Analysebericht.md`:
- Doppelte oder mehrfach vergebene IDs
- Anforderungen ohne Beleg
- Anforderungen ohne Angabe zur `Übernahmewürdigkeit`
- Tracelinks auf nicht existierende IDs
- Inhaltlich deckungsgleiche Anforderungen, die nicht als Konsolidierungskandidat markiert sind
- **Liste aller risikorelevanten Anforderungen** (Sicherheit, Abrechnung/Fakturierung, Berechtigungen) mit ihrer Belegsituation: ID, Titel, ob ein `PRIMÄR`-Beleg vorliegt, andernfalls die `[HYPOTHESE]`-Kennzeichnung. Diese Liste macht Verstöße gegen die risikobasierte Priorisierung im Lauf selbst sichtbar.
- **Abgleich `Hypothesen.md` gegen die Inline-Markierungen:** Beide müssen dieselben Anforderungen nennen. `Hypothesen.md` enthält genau die Anforderungen mit `[HYPOTHESE]`-Markierung und keine zusätzlichen freien Fragen; offene Punkte ohne zugehörige Anforderung gehören in die Selbstbewertung.
Erstelle außerdem die **Abdeckungstabelle** auf Basis des Modulinventars aus Schritt 0: je Modul die Einstufung `tief | mittel | flach | nicht analysiert` und die Anzahl der daraus erzeugten Anforderungen. Jede Zeile des Inventars muss in der Abdeckungstabelle auftauchen.
Beende den Lauf mit einer kurzen Selbstbewertung im `Analysebericht.md`:
- Wie viele Module des Inventars wurden tief, mittel, flach beziehungsweise gar nicht analysiert? Nenne absolute Zahlen, nicht nur Beispiele.
- Wurde die Mindestabdeckung erreicht, also hat jedes Modul mindestens eine Anforderung? Falls nein: welche Module fehlen und warum?
- An welchen Stellen war der Beleg dünn (hoher Anteil `SEKUNDÄR`/`KONTEXT` oder `[HYPOTHESE]`)?
- Falls keine einzige Hypothese geführt wurde: Begründung, warum die Analyse ohne offene Punkte auskommt.
- Welche Erkenntnisse legen einen Nachschlag in einer Folge-Iteration nahe?
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View File
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# Versuch 02 – Agentengestützt (V2)
Rollenspezialisierte Agentendateien statt eines einzelnen Threads. Agentenmodus des Skills:
`custom`; die Rollen werden per `--agents` übergeben.
## Dateien
| Datei | SHA-256 | Zweck |
|---|---|---|
| `01_Prompt.md` | `DCDC0E3F…B71BCF` | Analyseanweisung, Prompt-Version **02-A** |
| `01_Agents.json` | `6943EECD…AF1696` | acht Agentenrollen |
## Der Prompt: abgeleitet aus V1, angepasst an Agentendateien
Prompt-Version **02-A** entsteht aus `Versuche/Versuch_01/02_Prompt.md`
(`F9B2A1AA…0D7849`) durch **eine** Ergänzung: den Abschnitt **Arbeitsteilung**. Alles Übrige –
Auftrag, Scope, Vorgehensschritte 0 bis 6, Blockformat, Belegklassifikation, Prüfidee,
Tracelinks, Konsolidierungsbegriff, Ergebnisstruktur – ist unverändert.
**Warum die Ergänzung nötig ist.** Prompt-Version 02 unterstellt an mehreren Stellen
stillschweigend, dass *ein* Bearbeiter die gesamte Kette durchläuft: Sie ordnet Schritte zeitlich
(erst Inventar, dann Mindestabdeckung, dann Vertiefung), vergibt fortlaufende IDs und verlangt am
Ende einen Konsistenzcheck über das Ergebnis. Wird die Arbeit auf Rollen verteilt, ist nichts
davon mehr von selbst erfüllt: IDs kollidieren, die Reihenfolge läuft rollenweise auseinander,
und eine Prüfung des eigenen Beitrags ist keine Prüfung des Ganzen.
Der Abschnitt nennt **keine Rolle** und schreibt **keinen Zuschnitt** vor – welche Rollen es
gibt, stellt der Versuchsaufbau bei. Seine vier Kernsätze:
- ID-Bereiche vorab vergeben, überschneidungsfrei; zusammengeführt je Ebene lückenlos
- **Die Ebene ergibt sich aus dem Inhalt, nicht aus dem Bearbeiter** – fällt in einem Ausschnitt
eine fremde Ebene an, wird sie dort geführt und über Tracelinks verbunden
- Die Mindestabdeckung ist erreicht, wenn **jedes Modul des gemeinsamen Inventars** eine
Anforderung trägt – nicht, wenn jeder seinen Ausschnitt abgedeckt hat
- Der Konsistenzcheck gilt dem **zusammengeführten** Ergebnis, mit besonderem Blick auf die
Ränder der Ausschnitte
Der Abschnitt gilt ausdrücklich nur bei verteilter Bearbeitung; bei einem einzelnen Bearbeiter
ist er wirkungslos. Damit bleibt der Prompt auch für einen `solo`-Lauf gültig und der fachliche
Auftrag über V1, V2 und V3 identisch.
## Die acht Rollen
| Rolle | Aufgabe | Schreibt Anforderungen? |
|---|---|---|
| `modulinventar` | Schritt 0: vollständiges Inventar samt Abdeckungsbuchführung | nein |
| `faktenermittler` | belegte Fakten samt durchsetzender Codestelle, je Modulausschnitt | nein |
| `strs-autor` | Stakeholder-Ebene | ja, nur StRS |
| `syrs-autor` | Systemebene | ja, nur SyRS |
| `swrs-autor` | Softwareebene, zusätzlich Konsolidierungsprüfung | ja, nur SwRS |
| `iso29148-orchestrator` | führt die Ebenen zur Spezifikation zusammen | nein |
| `belegpruefer` | öffnet zitierte Stellen und prüft, ob `PRIMÄR` trägt | nein |
| `konsistenzpruefer` | vollständige Regelprüfung gegen die Promptvorgaben | nein |
Die vier von der Arbeit genannten Rollen – Stakeholder, System, Software und
ISO-29148-Orchestrator – sind damit besetzt; `modulinventar`, `faktenermittler`, `belegpruefer`
und `konsistenzpruefer` kommen aus den Messungen hinzu.
**Der Orchestrator delegiert nicht.** Er startet keine Subagenten und schreibt keine
Anforderungen, sondern stellt her, was erst am zusammengeführten Bestand entstehen kann:
durchgängige Nummerierung samt mitgezogener Verweise, beidseitig geschlossene Traceability, eine
aus dem Gesamtbestand erzeugte Hypothesenliste, die Abdeckungstabelle über das gemeinsame
Inventar. Ein delegierender Orchestrator erzeugte eine zweite Ebene, deren Subagenten-Prompts
nicht protokollierbar sind – in Versuch 1 blieben so 18 von 31 Aufrufen unerfassbar.
## Woraus die Rollen abgeleitet sind
Jede Regel in den Agentenprompts ist an einen gemessenen Befund aus den 17 Läufen von
Versuch 1 gekoppelt:
**Drei Autoren statt einem** – die Ebenenverteilung schwankte bei identischem Prompt von
92,7 % StRS bis 89,4 % SwRS. Ursache: Der Prompt verlangt in Schritt 0b je Modul eine
Anforderung, sagt aber nicht, auf welcher Ebene. Getrennte Autoren machen die Verteilung
strukturell statt emergent.
**Der `faktenermittler` ist aus den Läufen abgeschrieben.** Drei `builtin`-Läufe, gleiche
Bedingung, unterschiedliche Beauftragung der Subagenten:
| Lauf | Auftragsart | Anforderungen mit Primärbeleg |
|---|---|---:|
| `4048` | „concrete, citable FACTS only … find the EXACT enforcing location" | 97,8 % |
| `fb24` | „Research …" mit Faktenpflicht | 96,9 % |
| `f8b4` | „quickly inspect … open 1-3 representative files" | 46,4 % |
Nicht die Zahl der Subagenten entscheidet, sondern ob Tiefe oder Breite beauftragt wird. Das
Stichproben-Verbot im Prompt der Rolle folgt direkt daraus.
**Der `belegpruefer` ist neu.** Die Primärbelegquote schwankte über 17 Läufe zwischen 34,6 % und
100 %. Eine hohe Quote ist wertlos, wenn die Einstufung nicht trägt – geprüft wurde sie bis dahin
nie.
**Der `konsistenzpruefer` adressiert den am häufigsten verfehlten Prüfpunkt.** Die risikobasierte
Priorisierung scheiterte in 9 von 16 gültigen Läufen, im schlimmsten Fall bei 18 von 49
Anforderungen. In einem Lauf meldete der Agent „alle 36 gedeckt", während die maschinelle Prüfung
51 risikorelevante Anforderungen fand – er hatte gegen einen zu engen eigenen Risikobegriff
geprüft. Die Rolle muss ihren Risikobegriff deshalb offenlegen.
## Ausführung
Der Skill `run-experiment` übernimmt das im Modus `custom`. Ablage der Läufe:
`<Iteration>/<ModellID>/custom/<Effort>/`.
## Wichtig: `--safe-mode` ist hier nicht verwendbar
`--safe-mode` schaltet ausweislich der CLI-Hilfe „all customizations (CLAUDE.md, skills, plugins,
hooks, **MCP servers, custom commands and agents**, output styles, …)" ab – also genau das, was
dieser Versuch untersucht. Smoke-Test am 2026-08-26 (CLI 2.1.246, identischer Aufruf, nur das
Flag variiert):
| Konfiguration | `spawned` | `by_type` |
|---|---:|---|
| mit `--safe-mode` | **0** | leer – „die Rollen sind nicht in der Agent-Registry registriert" |
| ohne `--safe-mode` | **2** | `{"modulinventar": 1, "konsistenzpruefer": 1}` |
**Ohne diesen Test wäre der erste Lauf stillschweigend als V1-Lauf gemessen worden**: `--agents`
hätte keine Wirkung gehabt, der Lauf hätte fehlerfrei durchlaufen und Anforderungen erzeugt – nur
eben ohne die Rollen, die den Versuch ausmachen.
**Der Ersatz** (Skill 7.0.0): kein `--safe-mode`, stattdessen `--strict-mcp-config` und
`--disallowedTools Skill WebSearch WebFetch SlashCommand` zusätzlich zur 33er-Denylist.
Gegengeprüft mit derselben Werkzeugabfrage: `VORGELADEN: NICHTS VORGELADEN` · `SKILLS: KEINE` ·
`WEB: KEIN WEBZUGRIFF` · alle Rollen verfügbar. Ohne die Sperre lädt die CLI **16 global
installierte Skills** (darunter `code-review`, `security-review`, `run`, `init`);
`--setting-sources ''` unterdrückt sie nicht.
**Was der Ersatz nicht abdeckt:** Plugins, Hooks und Output-Styles. Auf der Versuchsmaschine ist
davon nichts konfiguriert, das ist aber eine Eigenschaft der Umgebung und keine Garantie. Der
Skill verlangt deshalb vor jedem Lauf eine Umgebungsprüfung, deren Ergebnis ins Protokoll geht.
**Folge für die Vergleichbarkeit:** Läufe dieses Versuchs sind hinsichtlich der Isolation nicht
unmittelbar mit den `solo`- und `builtin`-Läufen aus Versuch 1 vergleichbar. Der Unterschied ist
benannt und begrenzt – er betrifft Plugins, Hooks und Output-Styles, nicht CLAUDE.md, Skills,
Webzugriff oder MCP.
## Offene Punkte vor dem ersten Lauf
1. **`extract-subagenten.py` ist nicht gegen `custom`-Typen geprüft.** Es erwartet die
eingebauten Typen `Explore` und `general-purpose`; mit `--agents` heißen sie
`faktenermittler`, `strs-autor` und so fort.
2. **Die Modellbedingung ist bei Delegation über `--model` allein nicht herstellbar.** Zwei
dokumentierte Fälle aus Versuch 1: bei Fable liefen die Subagenten auf `claude-opus-5[1m]`,
bei Opus entfielen 18,5 Mio. Tokens (4,72 %) auf `claude-sonnet-5`. Nach jedem Lauf
`modelUsage` prüfen und die Modellbedingung nicht als gesichert annehmen.
3. **Hintergrund-Subagenten und Zeitlimit.** Der Skill setzt seit 6.1.0
`CLAUDE_CODE_PRINT_BG_WAIT_CEILING_MS=0`; ohne diese Einstellung bricht der Headless-Modus
nach 600 s ab und meldet dabei `is_error: false` bei null Ergebnisdateien.
4. **Umgebungsprüfung** auf Hooks, Plugins und Output-Styles im User-Profil – siehe oben.